Dokumentation der Aktionstage

Den Auftakt der Aktionswoche bildete eine Radtour mit dem Thema „Die Stadt ist dein Garten“. Wir trafen uns am Montagnachmittag an der Stadtschleuse in Eberswalde und waren mit unserer kleinen Gruppe zwei Stunden am Finowkanal, durch den Wald, am Oder-Havel-Kanal und am Treidelweg entlang unterwegs.Dabei naschten wir Waldhimbeeren und Nachtkerzentriebe, sammelten Schafgarbe, Dost, Sandthymian, Brennessel, Mädesüß und Immortelle, lernten wo überall Obstbäume stehen, welche Ideen und Projekte es zur Essbaren Stadt in Eberswalde gibt, wozu man Johanniskraut und Spitzwegerich alles benutzen kann und was öffentliche Grünflächen überhaupt mit Recht auf Stadt zu tun haben.Gemütlich ließen wir die Radtour bei selbst gemachter Giersch-Limo und Stullen mit frisch gerührter Wildkräuterbutter im Schöpfwerk ausklingen. Der nachfolgende Vortrag der Initiative Bürger*innenasyl Barnim war leider kaum besucht, weswegen wir stattdessen in kleiner Runde ein schönes und inspirierendes Gespräch zur Kooperation von Recht auf Eberswalde, Projektwerkstatt Commons und dem Bürger*innenasyl hatten. Dabei sponnen wir tolle Ideen für zukünftige Zusammenarbeit  – ihr dürft euch auf spannende Formate freuen!

In der Schankwirtschaft „Zur Haltestelle“ trafen wir uns am Dienstagabend mit einem Vertreter der Initiative „Deutsche Wohnen & Co enteigenen“. Die Berliner Initiative ist momentan dabei ein Volksbegehren auf den Weg zu bringen, um alle Wohnungen von Immobilienunternehmen mit mehr als 3000 Wohneinheiten in kommunales Eigentum zu überführen. Bei der Veranstaltung mit mehr als 30 Besucher*innen wurden Standpunkte und Perspektiven ausgetauscht und so eine heitere, fast dreistündige Diskussion geführt.

Am Mittwoch wurde es inspirierend: Jan Lindenberg, Dozent im Studiengang Regionalmanagement an der HNE Eberswalde und Grafikdesigner teilte seine Erfahrungen und Ideen zu kreativem Protest, künstlerischer Aneignung städtischen Raums und den sozialen Aspekten von Stadtdesign mit uns. Man konnte die angeregten Gedanken förmlich knistern hören.

Donnerstags trafen wir uns am frühen Abend auf dem Marktplatz um gemeinsam als Critical Mass zur temporären Theaterzentrale in Finow zu radeln. Dort trafen wir Matthias Coers, der seinen Dokumentarfilm „Das Gegenteil von Grau“ mitgebracht hatte. Seine einleitenden Worte und der anschließende Film zeigten, vor allem eins, dass es dort wo die Grundrechte wie Wohnen gefährdet sind es oftmals an den Menschen liegt sich diese wieder neu zu erkämpfen. Der Film „Das Gegenteil von Grau“ zeigt auf spannende Weise, leicht episodenhaft, wie Leute aus dem Ruhrgebiet unterschiedlichster Couleur und unterschiedlichsten Alters ihre Geschicke selbst in die Hand nehmen und für ein Recht auf Stadt, Wohnen und Miteinander kämpfen.

In gemeinschaftlicher Arbeit erstanden am Freitagnachmittag Möbel und Hochbeete aus Paletten für die Gemeinschaftsgartenfläche an der Eichwerder Straße. Auch die MOZ fand dies berichtenswert (https://www.moz.de/artikel-ansicht/dg/0/1/1739725/)

Zu einem früheren Zeitpunkt der Aktionswoche sammelten Aktivist*innen der FFF Eberswalde mit Teilnehmer*innen Müll auf der Gartenfläche, um sie für die gemeinschaftliche Nutzung vorzubereiten. Beachtliche sechs Säcke Müll sind dabei zusammengekommen!

Fünf verschiedene Orte, fünf verschiedene Kulissen, ob an einem fast fertig Sanierten Altbau, einer Baustelle oder einer Hofeinfahrt, die abendliche Kurzfilmtour konnte überall dort Halt machen wo es einen Stromanschluss für den Beamer und genug Platz für 20 Menschen gab. Mit kurzen Filmchen, die mal künstlerisch-abstrakt, mal realpolitisch-nüchtern oder kämpferisch waren, ging es mit einer Menge Spaß und viel Stoff zum Diskutieren, Lachen und Nachdenken durch die Stadt.

Eines der großen stadtpolitischen Themen ist derzeit die geplante Bebauung der Wiese an der Friedrich Ebert Straße. Wir, als Gruppe Recht auf Stadt, wünschen uns ähnlich wie die Akteur*innen aus dem Ruhrgebiet eine Stadtentwicklung, die Raum für Unkommerzielles und zwischenmenschliche Begegnung schafft und dabei die (Stadt-)Ökologie nicht aus den Augen verliert. Es hat uns Mut gemacht zu sehen wie viele Menschen in Eberswalde die Ansicht teilen (oder zumindest zum Gespräch darüber bereit sind). Mit einem Brunch, kulinarisch eingerahmt von Faircafé und Bäcker Wiese, dem stadtpolitischen Wohnzimmer, kleinen Redebeiträgen und intensiven Diskussionen ging unsere Aktionswoche am Sonntag zu Ende. Danke an alle, die diesen und auch alle anderen Tage durch ihre Anwesenheit, ihr Engagement und ihre Energie bereichert haben. (In der MOZ dazu: https://www.moz.de/landkreise/barnim/eberswalde/artikel4/dg/0/1/1739331/)

Lasst es uns weiter einfordern, unser Recht auf Stadt!

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