Kundgebung zur Zwangsräumung am 23.04.2019

Zwangsgeräumt für den Abriss

Am Morgen des 23.04.2019 versammelten sich mehrere Menschen in der Eberswalder Heimatstraße um gegen eine sogenannte Zwangsräumung zu protestieren und sich mit den Betroffenen solidarisch zu zeigen. Bei dieser Zwangsvollstreckung wurden drei Personen aus ihren Wohnungen, die zum Teil mehr 35 Jahre ihr Zuhause waren, geräumt. Gegen 09:30 Uhr befestigten die 15 Aktivist*innen Transparente mit den Beschriftungen „Wohnen ist ein Menschenrecht“ und „Die Heimatstraße ist unsereHeimat – solidarisch gegen Zwangsräumung“ am Vorgarten des Hauses. Rund 15 Minuten später und eine Viertelstunde vor dem eigentlichen Räumungstermin verschaffte sich die in der Zwischenzeit eingetroffene Polizei gewaltsam Zugang zum Hauseingang. Dabei gingen die Einsatzkräfte äußerst rabiat gegen sich vor dem Haus befindende Personen vor. Anfänglich waren, bei dieser ohnehin schon bedrohlichen Kulisse, noch leicht ausgerüstete Bereitschaftspolizist*innen beteiligt, welche aber schnell von behelmten und vermummten Beamt*innen der Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit (BFE) abgelöst wurden. Diese besonders für gewalttätige Störer*innen bei Fußballspielen und Demonstrationen ausgebildeten Beamt*innen machten nun mit ihrem martialischem Auftreten aus der friedlichen Protest- und Solidaritätsaktion ein äußerst brutales Spektakel auf Kosten der ohnehin schon physisch und psychisch angeschlagenen Bewohner*innen des Hauses. Wir als Initiative sind bestürzt über solch ein gewaltvolles Vorgehen, das sich schon als psychische Gewalt mit der Ankündigung der Räumung manifestierte. Wir sind beschämt als Bürger*innen dieser sich sonst als sozial und nachhaltig inszenierenden Stadt, über solch schmerzliche und unsoziale Szenen. Unsere Solidarität und Anteilnahme ist bei den betroffenen Personen.

Für ein solidarisches Eberswalde!

Recht auf Stadt