Jahresrückblick 2020

Alle haben auf ihn gewartet, jetzt wo ihn alle vergessen haben, bringen wir ihn raus: Den Jahresrückblick über unsere Aktivitäten im Krisenjahr 2020!

Für alle, die daran mitgewirkt haben, eine schöne Gelegenheit zurück zu blicken und für alle anderen eine hoffentlich unterhaltsame Lektüre über unsere Einsätze in Eberswalde. Die Gruppe spielt meinst nur kleine Rollen, aber für das Jahr mit dem Hemmschuh sind wir doch erstaunt, was wir vollbracht haben. Wenn Du im nächsten Jahresbericht mit deiner Aktivität auch drin sein möchtest, dann komm und engagiere dich dieses Jahr in unserer Initiative. Deine Hände, dein Eindruck oder Motivation kann unsere Gruppe nur bereichern!

Stellungnahme zum Entwurf des Grün- und Freiflächenkonzepts der Stadt Eberswalde

Liebe Eberswalder*innen,

Eberswalde hat viel Grün, in der Stadt und außen. Das macht unsere Stadt lebenswert und auch attraktiv für viele neue Bürger*innen und Alteingesessene. Damit das in Zeiten von Bauboom und Verwertungsdruck so bleibt, hat die Stadt Eberswalde ein Grün- und Freiflächenkonzept erarbeiten lassen. Das finden wir prima!

In Eberswalde wird nicht gegessen, was auf den Tisch kommt, sondern man kann Wünsche & Ideen äußern aber auch Beanstandungen & Kritik an die Stadtverwaltung richten. Seit dem 11. Januar 2021 steht der Entwurf des Grün- und Freiflächenkonzepts zum Download bereit und jeder/jede ist aufgefordert, mit einer Mail an das Stadtentwicklungsamt (stadtentwicklungsamt@eberswalde.de) dazu Stellung zu beziehen.

Hier gehts zum Entwurf des Grün- und Freiflächenkonzepts der Stadt: https://www.eberswalde.de/start/stadtentwicklung/aktuelles/buergerbeteiligungen

Wir, die Initiative Recht auf Stadt Eberswalde haben das Konzept genau unter die Lupe genommen. Besonderes Augenmerk haben wir auf die Konsequenzen zur Bebauung der Friedrich-Ebert-Wiese, stellvertretend für alle anderen, nicht berücksichtigten Grünflächen/-brachen der Stadt gelegt. Unsere Kritikpunkte kurzgefasst:

  1. Unklare Definition des Prinzips der doppelte Innenentwicklung
  2. Intransparente Auswahl der „Stadtoasen“
  3. Unzureichende stadtklimatische Datengrundlage für Planungsentscheidungen
  4. Zu wenig Grünflächen in Nachverdichtungsbereichen als Erholungsräume vorhanden
  5. Ungenügende Bürger*innenbeteiligung am Gesamtprozess

Auch enthält das Konzept keine Termine oder andere Verbindlichkeiten.

Wir begrüßen grundsätzlich die Erarbeitung eines Grün- und Freiflächenkonzepts. Aus unserer Sicht muss aber erheblich nachgebessert werden. In unserer Stellungnahme (siehe Anhang) findet sich dazu Näheres. Aber: Bitte bildet euch selbst eine Meinung!!! Wenn ihr euch unserer Stellungnahme anschließen möchtet – super! Gebt uns Bescheid. Wenn nicht, schreibt gerne selbst ein paar Sätze an das Stadtentwicklungsamt. Die neue Frist ist der 14.2.2012 (welche bereits auf Bitte von Casten Zinn um 2 Wochen verlängert worden ist).

Wir haben vielleicht nach zwei Jahren Kampf um die Friedrich-Ebert-Straße-Süd schon einen leichten Doppel-Blick. Helft uns daher gerne, besser zu werden. 🙂 Egal, wie dieser Prozess ausgeht, ein bürgerliches Engagement für unsere gemeinsame Stadt bleibt unabdingbar. Beteiligt Euch! Bitte leitet diese Mail mit unsere Stellungname an viele Eberswalder*innen weiter und … Beteiligt Euch!

Eure Initiative Recht auf Stadt Eberswalde

***************************************

Kontakt: recht-auf-eberswalde@riseup.net

Web: https://rechtaufew.de/      

FB: https://www.facebook.com/RechtaufEberswalde

Mach mit!

Wir suchen nach Verstärkung! Lust auf stadtpolitische Arbeit, kreative Aktionen, investigative Recherchen oder Kontakt zu einer Bandbreite verschiedener Menschen? Wir unterstützen uns gegenseitig und führen keine anstrengenden Diskussionen. 😉 Mit deinen Ideen für ein solidarisches Eberswalde bist Du bei uns willkommen!

Kontaktiere uns persönlich oder unter recht-auf-eberswalde@riseup.de

„Alleskönner“ Friedrich-Ebert-Straße – Bauprojekt mit nachhaltiger Fassade

Die Dokumentation der Bürgerbeteiligung endet mit dem Empfehlung an die Stadt:

„Überarbeitung der vorliegenden Entwürfe hinsichtlich einer stärkeren
Berücksichtigung der eingewandten Hauptaspekte, ohne vom grundsätzlichen Vorhaben abzuweichen“

Hier ist leider keine Kursänderung zu erwarten. Zum Nachlesen:

Perspektive Stadtklima – Rettet die Friedrich-Ebert-Wiese!

Die stadtpolitische Initiative „Recht auf Stadt – für ein solidarisches Eberswalde“ setzt sich für den uneingeschränkten Erhalt der Grünfläche der Friedrich-Ebert-Straße Süd ein und fordert:

✓ eine umfassende Prüfung der Auswirkungen einer möglichen Versiegelung dieses Standortes auf das lokale Stadtklima, auf die Lufthygiene, auf den Wasserhaushalt und den Naherholungswert durch qualifizierte Sachverständige

✓ keinen Verkauf innerstädtischer Flächen an private Investor*innen

✓ Leerstand beenden statt Flächen neu zu versiegeln

✓ sofortige Umwandlung der Friedrich-Ebert-Straße in eine grüne Fußgängerzone

✓ Bereitschaft von Seiten der Stadtverwaltung für eine „echte“ Bürgerbeteiligung und einen Ideenwettbewerb zur Zukunft der Friedrich-Ebert-Straße Süd

Daher: Mischt euch ein und gebt der Stadt Euer Feedback!

www.eberswalde.de/friedrich-ebert-strasse-sued

Foto: Die fff Demo am 25.09.2020 führte an der wunderschönen Grün-Oase in Eberswaldes Stadtmitte vorbei!

Weltfriedenstag

Das Bündnis für den Frieden hat sich neu zusammengestellt und neue Engagierte aufgenommen. Herausgekommen ist eine bunte Veranstaltung, die sich dem Thema Frieden von verschiedenen Seiten genäht hat. Recht auf Stadt sieht den Frieden besonders durch den ungleichen Zugang zu den gesellschaftlichen Reichtümern bedroht, der sich mit der aktuellen Politik immer weiter verschärft. Alle poetischen und politischen Beiträge finden sich hier zusammengefasst:

Die Unterschriftenliste gegen die Bebauung der Friedrich-Ebert-Straße zum Download

Die fertig ausgefüllte Liste holen wir gerne bei Dir ab, schreib uns dazu einfach kurz eine Mail an recht-auf-eberswalde@riseup.net. Anderenfalls können sie auch in den Briefkasten der Thinkfarm in der Puschkinstraße 15 (am Hintereingang)eingeworfen werden. Vielen Dank!

Dokumentation der Aktionstage

Den Auftakt der Aktionswoche bildete eine Radtour mit dem Thema „Die Stadt ist dein Garten“. Wir trafen uns am Montagnachmittag an der Stadtschleuse in Eberswalde und waren mit unserer kleinen Gruppe zwei Stunden am Finowkanal, durch den Wald, am Oder-Havel-Kanal und am Treidelweg entlang unterwegs.Dabei naschten wir Waldhimbeeren und Nachtkerzentriebe, sammelten Schafgarbe, Dost, Sandthymian, Brennessel, Mädesüß und Immortelle, lernten wo überall Obstbäume stehen, welche Ideen und Projekte es zur Essbaren Stadt in Eberswalde gibt, wozu man Johanniskraut und Spitzwegerich alles benutzen kann und was öffentliche Grünflächen überhaupt mit Recht auf Stadt zu tun haben.Gemütlich ließen wir die Radtour bei selbst gemachter Giersch-Limo und Stullen mit frisch gerührter Wildkräuterbutter im Schöpfwerk ausklingen. Der nachfolgende Vortrag der Initiative Bürger*innenasyl Barnim war leider kaum besucht, weswegen wir stattdessen in kleiner Runde ein schönes und inspirierendes Gespräch zur Kooperation von Recht auf Eberswalde, Projektwerkstatt Commons und dem Bürger*innenasyl hatten. Dabei sponnen wir tolle Ideen für zukünftige Zusammenarbeit  – ihr dürft euch auf spannende Formate freuen!

In der Schankwirtschaft „Zur Haltestelle“ trafen wir uns am Dienstagabend mit einem Vertreter der Initiative „Deutsche Wohnen & Co enteigenen“. Die Berliner Initiative ist momentan dabei ein Volksbegehren auf den Weg zu bringen, um alle Wohnungen von Immobilienunternehmen mit mehr als 3000 Wohneinheiten in kommunales Eigentum zu überführen. Bei der Veranstaltung mit mehr als 30 Besucher*innen wurden Standpunkte und Perspektiven ausgetauscht und so eine heitere, fast dreistündige Diskussion geführt.

Am Mittwoch wurde es inspirierend: Jan Lindenberg, Dozent im Studiengang Regionalmanagement an der HNE Eberswalde und Grafikdesigner teilte seine Erfahrungen und Ideen zu kreativem Protest, künstlerischer Aneignung städtischen Raums und den sozialen Aspekten von Stadtdesign mit uns. Man konnte die angeregten Gedanken förmlich knistern hören.

Donnerstags trafen wir uns am frühen Abend auf dem Marktplatz um gemeinsam als Critical Mass zur temporären Theaterzentrale in Finow zu radeln. Dort trafen wir Matthias Coers, der seinen Dokumentarfilm „Das Gegenteil von Grau“ mitgebracht hatte. Seine einleitenden Worte und der anschließende Film zeigten, vor allem eins, dass es dort wo die Grundrechte wie Wohnen gefährdet sind es oftmals an den Menschen liegt sich diese wieder neu zu erkämpfen. Der Film „Das Gegenteil von Grau“ zeigt auf spannende Weise, leicht episodenhaft, wie Leute aus dem Ruhrgebiet unterschiedlichster Couleur und unterschiedlichsten Alters ihre Geschicke selbst in die Hand nehmen und für ein Recht auf Stadt, Wohnen und Miteinander kämpfen.

In gemeinschaftlicher Arbeit erstanden am Freitagnachmittag Möbel und Hochbeete aus Paletten für die Gemeinschaftsgartenfläche an der Eichwerder Straße. Auch die MOZ fand dies berichtenswert (https://www.moz.de/artikel-ansicht/dg/0/1/1739725/)

Zu einem früheren Zeitpunkt der Aktionswoche sammelten Aktivist*innen der FFF Eberswalde mit Teilnehmer*innen Müll auf der Gartenfläche, um sie für die gemeinschaftliche Nutzung vorzubereiten. Beachtliche sechs Säcke Müll sind dabei zusammengekommen!

Fünf verschiedene Orte, fünf verschiedene Kulissen, ob an einem fast fertig Sanierten Altbau, einer Baustelle oder einer Hofeinfahrt, die abendliche Kurzfilmtour konnte überall dort Halt machen wo es einen Stromanschluss für den Beamer und genug Platz für 20 Menschen gab. Mit kurzen Filmchen, die mal künstlerisch-abstrakt, mal realpolitisch-nüchtern oder kämpferisch waren, ging es mit einer Menge Spaß und viel Stoff zum Diskutieren, Lachen und Nachdenken durch die Stadt.

Eines der großen stadtpolitischen Themen ist derzeit die geplante Bebauung der Wiese an der Friedrich Ebert Straße. Wir, als Gruppe Recht auf Stadt, wünschen uns ähnlich wie die Akteur*innen aus dem Ruhrgebiet eine Stadtentwicklung, die Raum für Unkommerzielles und zwischenmenschliche Begegnung schafft und dabei die (Stadt-)Ökologie nicht aus den Augen verliert. Es hat uns Mut gemacht zu sehen wie viele Menschen in Eberswalde die Ansicht teilen (oder zumindest zum Gespräch darüber bereit sind). Mit einem Brunch, kulinarisch eingerahmt von Faircafé und Bäcker Wiese, dem stadtpolitischen Wohnzimmer, kleinen Redebeiträgen und intensiven Diskussionen ging unsere Aktionswoche am Sonntag zu Ende. Danke an alle, die diesen und auch alle anderen Tage durch ihre Anwesenheit, ihr Engagement und ihre Energie bereichert haben. (In der MOZ dazu: https://www.moz.de/landkreise/barnim/eberswalde/artikel4/dg/0/1/1739331/)

Lasst es uns weiter einfordern, unser Recht auf Stadt!